Warum du dieses Ding lesen wirst, wie andere Leute True-Crime gucken
Es gibt dieses intensive und ungewisse Gefühl, das man niemandem wünscht, das aber fast jede/r Selbständige kennt: Du guckst auf dein Konto, du siehst eine Zahl, du kennst die nächsten Abbuchungen und irgendwo zwischen Magen und Kehle macht sich dieses leise „Na super“ breit. Es ist wirklich total zäh und es versaut einem tatsächlich den ganzen Tag. Selbst an Tagen, an denen draußen die Sonne scheint und eigentlich alles okay sein müsste.
Und dann gibt es dieses beinahe konträre Gefühl, das allerdings genauso real ist, sich allerdings viel seltener breit macht, weil es sich kaum jemand systematisch aufgebaut hat:
Du guckst auf dein Konto, kennst deine Zahlen, weißt, was in den nächsten 14 Tagen fällig wird und du hast im Gegensatz eine bestehende Reserve und du triffst Entscheidungen, ohne dass fehlendes Geld dabei wie ein Damoklesschwert über deinem Kopf schwebt.
Das ist (noch) nicht „reich“. Doch es ist einfach souverän. Und genau darum geht es mir.
Wenn du ehrlich zu dir bist, dann willst du keine Excel-Tabletten zur Beruhigung, keine „Money-Mindset“-Akrobatik und auch keinen moralischen Vortrag über Disziplin. Was du willst ist das, was in Wahrheit vollkommen unbezahlbar ist: Ruhe in deinem Kopf!
Was du wirklich willst, wenn du „mehr Geld“ sagst
Die meisten Menschen glauben, sie wollen mehr Geld, obwohl sie in Wahrheit etwas viel Konkreteres meinen, nämlich:
-
dass Rechnungen nicht mehr wie kleine Drohbriefe wirken,
-
dass du nicht mehr jeden Monat gedanklich „durchdrücken“ musst,
-
dass du nicht mehr in Gesprächen nickst, obwohl du innerlich weißt, dass du gerade einen Deal akzeptierst, der dich ausbluten wird,
-
dass du schlafen kannst, ohne im Halbschlaf schon die Abbuchungen zu sortieren.
Finanzsouveränität ist ein Zustand, in dem du wieder Optionen hast, und Optionen sind das Gegenteil von Panik.
Der heimliche Grund, warum diese 30-Tage-Checkliste so gefährlich gut ist
Sie macht etwas, das fast niemand tut, weil es unerfreulich sein könnte: Diese Liste bringt Geld aus deiner „Wolke aus Gefühlen“ zurück auf den Boden der Tatsachen.
Einfach als solides Handwerk. Dabei hat Handwerk diese „unangenehme“ Eigenschaft, dass es funktioniert, wenn man es macht.
Du wirst beim Lesen vermutlich an mindestens einer Stelle denken: „Okay. Wenn ich das wirklich konsequent hätte, wäre mein Kopf deutlich leiser.“
Genau das ist der Punkt.
Die Checkliste „Finanzsouveränität in 30 Tagen“
Zielbild in einem Satz
Du kennst deine Mindestkosten, du prüfst wöchentlich die Lage, du ziehst Geld systematisch nach vorn, du baust Puffer und du triffst Entscheidungen nach Zahlen statt nach Bauchkrampf.
Die 5 Zahlen, die dein Leben plötzlich einfacher machen
-
Fixkosten pro Monat (alles, was zwingend rausgeht)
-
Variable Mindestkosten (das, was du realistisch brauchst, damit du funktionierst)
-
Cash heute (wirklich verfügbar, nicht „müsste irgendwo noch kommen“)
-
Cash in 14 Tagen (sichere Eingänge minus sichere Ausgänge)
-
Runway (wie viele Monate du mit dem aktuellen Cash überleben würdest)
Wenn du diese fünf Zahlen kennst, dann bist du deutlich seltener überrascht und wir wissen schliesslich „Überraschungen“ sind der Lieblingssport von Stress.
5 saubere Grundregeln
-
Keine Leistung ohne Zahlungslogik, weil du nicht die Bank deiner Kunden bist.
-
Kurze Zahlungsziele, weil „30 Tage“ bei manchen eine Lebenseinstellung ist.
-
Forderungsmanagement als Routine, weil Geld selten von allein geschniegelt und gebügelt auf dein Konto fliesst.
-
Ein solider Puffer wird als Pflichtposten etabliert; Hoffnung ist schliesslich keine Reserve.
-
Ein Haupt-Umsatzhebel, denn zehn kleine Verbindlichkeiten gleichzeitig im Hinterkopf zu haben ist ein sicherer Weg in den Dauerstress.
Deine Aufgaben in der ersten Woche: Transparenz und Lecksuche
Ziel: Du siehst, wo du stehst und stoppst die Ausgaben, die nicht unbedingt nötig sind.
-
Erstelle eine Liste deiner unabdingbaren Fixkosten
-
Prüfe Abos und Verträge UND pausiere oder kündige, was nicht wirklich nötig ist
-
Mach dir ein ehrliches „Finanz-Lagebild“ als wöchentlichen Termin im Kalender (20–30 Minuten)
Wöchentliches Finanz-Lagebild (immer gleicher Ablauf):
Kontostände → deine offenen Forderungen an Kunden → die fälligen Zahlungen, die in den nächsten 14 Tage rausgehen → eine Entscheidung treffen
Deine Aufgaben in der zweiten Woche: Geldfluss nach vorn ziehen
Ziel: Du wartest weniger, du führst mehr.
-
Sortiere deine offene Forderungen nach größter Betrag / schnellste Zahlung / älteste Rechnung
-
Lege einen Nachfass-Rhythmus fest (z. B. zwei feste Tage pro Woche)
-
Definiere Anzahlungen / Abschläge als Standard
-
Die Fälligkeiten vereinheitlichen
Neutraler Erinnerungstext (kannst du per E-Mail versenden):
„Hallo …, kurze Nachfrage: Ist die Rechnung vom … bei dir angekommen, und wann kann ich mit der Zahlung rechnen? Mir reicht ein kurzer Termin, damit ich verlässlich planen kann. Danke.“
Deine Aufgaben in der dritten Woche 3: Deinen Umsatz stabilisieren
Ziel: Du baust nicht (und ich meine GAR NICHT und NICHTS!) neu, du stabilisierst das, was bei dir funktioniert (also das, was du verkaufst).
-
Wähle EINE Kernleistung aus, die du deinen Kunden sauber liefern kannst
-
Formuliere EIN Angebot in 5 Sätzen (Stichworte: Problem, Ergebnis, Umfang, Dauer, Preis/Zahlung)
-
Erstelle eine Kontaktliste (warm, vorhanden, realistisch)
-
Mach täglich für 45 bis 60 Minuten einen Umsatzblock (Nachfassen, Angebote, Gespräche, Rechnungen)
Deine Aufgaben in der vierten Woche: Puffer bauen und System sichern
Ziel: Aus dem „gerade so über die Runden kommen“ wird „ich habe Optionen“.
-
Separater Puffer-Topf (lege ein eigenes Konto an oder lege klare Trennung fest)
-
Fester Puffer-Prozentsatz pro Zahlungseingang (also z.B. 10% gehen auf das Puffer-Konto)
-
Lege deine Zielstufen fest: 500 → 1.000 → 2.000 → 1 Monat Mindestkosten → 3 Monate
-
Notiere Notfallregeln (was wird zuerst gestoppt, was bleibt unantastbar)
Warum du das „unbedingt haben“ willst, obwohl es nur Text ist
Weil damit dein Leben ab morgen immer noch kein Ponyhof wird und es dir etwas viel Besseres in Aussicht stellt: du wirst wieder diejenige/derjenige, der agiert (steuert).
Und zwar dadurch, dass du dir ein kleines und robustes System aufbaust, das auch an den Tagen funktioniert, an denen du keine Lust hast, an denen du müde bist und an denen du dich fragst, warum du dir das alles überhaupt „antust“.
Denn die Wahrheit ist doch einfach diese: Finanzstress ist selten nur ein Geldproblem; oft ist es auch ein Strukturproblem, das sich wie fehlendes Geld anfühlt, weil es sich dort am brutalsten zeigt.
Und wenn du da Struktur reinbringst, dann passiert das, was du kaum glauben kannst, bevor du es erlebst: Geld wird wieder das, was es immer sein sollte: ein Werkzeug und keine tägliche Bedrohung.
Der Punkt, an dem sich alles drehen wird
Du musst das nicht perfekt machen und du musst auch nicht plötzlich zu einem Menschen werden, der morgens mit dem Taschenrechner kuschelt.
Du musst nur bereit sein, dir selbst verlässlich zu werden, indem du einmal pro Woche hinguckst und indem du dir Regeln gibst, die dich schützen.
Wenn du das tust, dann kommt dieses Gefühl zurück, das viele Selbständige längst vergessen haben: Du gehst abends ins Bett und dein Kopf ist vollkommen still, weil nichts Ungeklärtes mehr im Hintergrund lauert.
Und genau deswegen ist diese Checkliste etwas, das man nicht „nett findet“, sondern bei dem man irgendwann denkt: Verdammt, das gehört in mein Leben.

Verbinde dich